Der Elefantenmensch

Regie: David Lynch

Darsteller: John Hurt, Anthony Hopkins, Anne Bancroft, John Gielgud, Wendy Hiller

Jahr: 1980 Land: USA

DER ELEFANTENMENSCH erzählt die Geschichte von John Merrick, der schon von klein auf an missgestaltet ist und im Erwachsenenalter das Pech hat als Jahrmarktsattraktion als “Elefantenmensch” vorgeführt zu werden. Kein sehr schönes Leben, aber das Blatt soll sich wenden, denn der Arzt Frederick Treves entdeckt ihn und nimmt sich ihn an und möchte es ihm ermöglichen als Mensch zu leben, aber ob er ihm damit einen Gefallen getan hat, bleibt offen.

Die Filme von David Lynch sind immer so eine Sache – die einen mögen sie und andere wieder nicht, für manche ist es Kunst und für andere kann es weg und dann gibt es noch die, die da sonst was hineininterpretieren und der Rest sich fragt was habe ich da gerade geschaut und dann gibt es noch solche wie mich, die immer irgendwo dazwischen sind. Es ist wie eine kleine Hassliebe zwischen Lynch und mir. Ich erkenne das Künstlerische bei ihm an und man merkt das seine Filme speziell sind und unterhalten und wenn man mag kann man sich damit lange auseinandersetzen, aber ich kann diesen Kult um Lynch nicht nachvollziehen und nur weil Lynch draufsteht, muss es nicht automatisch ein guter Film sein. Ich glaube bei manchen setzt es auch ein bisschen aus nur wenn sie Lynch schon hören, aber ich denk mir immer nur er ist nicht das Filmgenie wie viele ihn hinstellen. Geht mir ein bisschen auf den Sack, aber ist jetzt nicht nur bei Lynch so. Dies kann man auch bei anderen beobachten, aber dies nur mal so am Rande.

Kommen wir zu DER ELEFANTENMENSCH – das Ganze beruht auf der wahren Begebenheit um Joseph Merrick, welcher im 19. Jahrhundert lebte und eben diese Deformationen hatte und auf Jahrmärkten ausgestellt wurde und es muss wirklich ein erbärmliches Leben gewesen sein und ich finde Lynch schafft es ganz gut dies Leben und den Zeitgeist ganz gut wiederzugeben. Da kann man sich gut drin verlieren und Merrick ist wirklich bemitleidenswert, denn egal wie ihm wiederfährt nichts Gutes. Dann wird dies Alptraumhafte auch noch durch die schwarzweiß Aufnahmen verstärkt. Ich denke in Farbe würde der Film etwas von seiner düsteren Atmosphäre verlieren.

Auch geschickt überlegt Merrick nicht gleich zu Beginn des Films zu zeigen, sondern zu warten bis man die Abscheulichkeit rauslässt. Da kann John Hurt einem auch leidtun, denn ich denke die Maske und anderen Modifikationen zu tragen war jetzt bestimmt nicht so leicht und angenehm. Die Mühen haben sich aber gelohnt, denn sie haben den Elefantenmenschen gut eingefangen und wiedergegeben. Etwas befremdlich war auch der junge Anthony Hopkins – ich hab ihn mehr aus seinen späteren Filmen vor Auge und ihn in jüngeren Jahren zu sehen war doch interessant. Muss auch ehrlich sagen, dass ich es schon gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, dass er hier mitspielt.

Abschließend bleibt zu sagen, dass DER ELEFANTENMENSCH ein doch unterhaltsames Drama ist und für einen Lynch Film nicht allzu sperrig ist. Mag vielleicht auch daran liegen, dass das Drehbuch auf einer wahren Begebenheit beruht.

Solides Drama um den Elefantenmenschen und ich würde sagen, dass es der zugänglichste Lynch Film ist.
Leserwertung0 Bewertungen
3

Siehe auch:

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren

Regie: Chris Buck & Jennifer Lee Darsteller: Deutsche Stimmen: Hape Kerkeling, Robert Palfrader, u.v.a. Jahr: 2013 …

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